Kongressprogramm

Gesellschaftlicher Frieden durch Konflikt!?

Dr. Ulrike Gatzemeier
K3B- Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung VFB Salzwedel
Imke Kerber
ProPeace e.V.
Sylvia Lustig
ProPeace e.V.
Emine Öztürk (angefragt)
Landkreis Peine
Malte Spitzer
Stadt Hildesheim
Prof. Dr. Christoph Weller
Universität Augsburg

Abstract:
Wir erleben eine Zeit, die Antworten braucht, wie gesellschaftlicher Frieden hergestellt und erhalten werden kann. Wir sehen uns mannigfaltigen Krisen und Herausforderungen gegenüber und sind aufgefordert, friedliches Zusammenleben von Bewohner*innen eines Straßenzugs, einer Stadt und in demokratischen Staaten konstruktiv zu gestalten. Dieses Panel diskutiert, wie Frieden in Stadtgesellschaften gefördert werden kann und welche Rolle Konflikte dabei spielen. Im Mittelpunkt steht die These, dass wir Konflikte als Chancen für friedlichen gesellschaftlichen Wandel ansehen sollten. Demokratie braucht die aktive, konstruktive Beschäftigung mit Konflikten sowie entsprechende Strukturen und Kompetenzen.

•Warum braucht gesellschaftlicher Frieden Konflikte?
•Warum braucht es gerade jetzt Konfliktbearbeitung in Kommunen?
•Was heißt gesellschaftlicher Frieden? Abwesenheit (physischer) Gewalt oder von Konflikten?
•Braucht es Prävention von Konflikten oder Prävention von Eskalation/ Gewalt?
•Müssen Menschen in Demokratien Konfliktbearbeitung lernen, um zu gesellschaftlichem Frieden beitragen zu können?
Dr. Ulrike Gatzemeier

Dr. Ulrike Gatzemeier leitet seit 2022 das K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des VFB Salzwedel e.V. Sie ist Mediatorin und Konfliktberaterin und war mehrere Jahre als Beraterin und Prozessbegleiterin für Konfliktbearbeitung im In- und Ausland tätig, wobei sie insbesondere auf kommunaler Ebene arbeitete. Sie hat Interkulturelle Kommunikation und Friedens- und Konfliktforschung in Chemnitz und Dublin studiert und zu Konflikt und Radikalisierungsprozessen promoviert.
Ulrike Gatzemeier vertritt das K3B im „Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung“. Die Koordinierungsstelle des Kooperationsverbunds, der seit 01.01.2025 über das Bundesprogramm Demokratie Leben! gefördert wird, ist beim K3B angesiedelt.

Imke Kerber
 Imke Kerber

Imke Kerber ist Beraterin für Frieden und Konflikttransformation sowie zertifizierte Mediatorin. (Friedens-) Mediation ist ihr Herzens- und Schwerpunktthema, das sie aus diversen Perspektiven kennt: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Center for Peace Mediation (2014-2017), als Trainerin u.a. beim Master-Studiengang Mediation und Konfliktmanagement, als Projektmanagerin für die Themen Mediation und Konfliktaufarbeitung bei der Robert Bosch Stiftung in Berlin (2017-2021) sowie zuletzt als Mediatorin und Konfliktanalystin bei MONLAR in Colombo (2021-2023). Seit Juli 2023 ist Imke Kerber Referentin für kommunale Konfliktbearbeitung beim Forum Ziviler Friedensdienst e.V. in Köln.
Imke Kerber studierte Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft (Philipps Universität Marburg) und Friedens- und Konfliktforschung (Otto-von-Guericke Universität Magdeburg). Sie sammelte internationale Arbeitserfahrung beim UN Peacebuilding Fund in New York, beim UNESCO Post-Conflict/Post-Disaster Desk in Paris sowie in Guatemala, Indien und Sri Lanka.
Imke Kerber ist Gründungsmitglied des Mediationsvereins ZoffOff e.V. wo sie u.a. als Vorstandsvorsitzende und Mitglied des Koordinationsteams das Projekt mit auf- und ausbaute.

Sylvia Lustig
 Sylvia Lustig

Sylvia Lustig ist Diplom-Soziologin und seit 2023 Referentin für Wirksamkeit und Standardisierung der Kommunalen Konfliktberatung (KKB) bei ProPeace. Sie arbeitet seit 2010 maßgeblich an der Entwicklung der Kommunalen Konfliktberatung des Forum Ziviler Friedensdienstes/ ProPeace und ist Co-Autorin verschiedener Publikationen zum Ansatz der KKB. Gleichzeitig ist sie seit 2008 als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation sowie als Referentin zu Frieden und Konfliktbearbeitung tätig. Von 2003 bis 2009 war sie wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. München und Projektleitung für die Entwicklung und Evaluation des Bundesmodellprogramms „Wir kümmern uns selbst – Konfliktlösung im öffentlichen Raum“ des BMFSFJ. Sie ist Gründungsmitglied des Süddeutschen Instituts für empirische Sozialforschung e.V. in München und war von 1999 bis 2004 als dessen Vorständin tätig. Sie lehrt seit 1997 an verschiedenen Hochschulen in der Schweiz und Deutschland zu Konfliktbearbeitung, Gewaltfreier Kommunikation und Kommunaler Konfliktberatung.

Malte Spitzer
 Malte Spitzer

Malte Spitzer (Dipl. Soz.wiss. Mag.rer.publ.), seit 2016 Stadtrat für Jugend, Soziales, Schulen und Sport Hildesheim/Erster Stadtrat, zuvor Präsident des Nds. Landesamtes für Soziales, Referatsleiter Pflege/Nds.Sozialministerium, Leitender Kreisverwaltungsdirektor Kreis Dithmarschen, Referatsleiter/Senat der Freien und Hansestadt Hamburg.

Prof. Dr. Christoph Weller
Prof. Dr. Christoph Weller

Prof. Dr. Christoph Weller leitet den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg sowie das dort angesiedelte BMBF-Projekt "Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang" (BZeFK). Er hat das "Transferzentrum Frieden Augsburg" initiiert und wirkt im Forschungsprojekt "Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung" (PaWiKo) mit. Zu seinen praxisorientierten Forschungsschwerpunkten gehören Konflikttheorie und Konfliktanalyse, Institutionen der Konfliktbearbeitung sowie die Methodologie Partizipativer Konfliktforschung.